Info
Über
ExAM
Der
Expertenkreis Angewandte Musikforschung ist ein offenes Forum
für Wissenschaftler, Praktiker und Interessierte zum Thema
Musik, Forschung und Wirtschaft. Er wurde von Prof. Dr. Herbert
Bruhn initiiert und zusammen mit Kai Bronner und Cornelius Ringe
am 3. November 2006 in Hamburg gegründet. Allgemeines Ziel
ist der interdisziplinäre Austausch und Kontakt zwischen
Experten aller Art zum Thema Musik und Wirtschaft. Hierzu veranstaltet
ExAM regelmäßig
stattfindende Treffen, die sich jeweils einem spezifischen Schwerpunktthema
widmen.
Prof.
Dr. Herbert Bruhn
"Musikwissenschaft
und Musikpädagogik führen ein zunehmend abgesondertes
Dasein abseits vom täglich stattfindenden Leben. Insbesondere
die Musikwissenschaftler in Deutschland bringen ihr Fach in
Gefahr, weil sie den Kontakt zum musikalischen Alltag verloren
haben. Es muss ein Ende nehmen mit der Wirtschaftsfeindlichkeit
der heutigen Musikwissenschaft: Die Musikwissenschaft muss die
Aktualität ihrer Paradigmen an der Musikwirtschaft beweisen
- die Musikwirtschaft muss fordernd an die Wissenschaftler herantreten."
Da
an den Universitäten auf Grund lebenslang garantierter
Stellen kaum Fortschritt zu verzeichnen ist, versucht Bruhn,
in informellen Zirkeln in Hamburg ungewöhnliche Allianzen
zu schließen, um jungen Wissenschaftlern Mut zu machen,
Meinungen und Theorien unter hohem Anspruch gegen den Mainstream
weiter zu entwickeln.
ExAM
ist der zweite Arbeitskreis neben der Hearing Group, in der
das Gespräch zwischen zeitgenösssischer und moderner
Komposition, Musiktheorie und Musikpsychologie gesucht wird.
Cornelius
Ringe
Musik
und Wirtschaft - eine Verbindung, die nicht nur auf die Musikwirtschaft
reduziert werden darf. Im Spannungsfeld zwischen Kunst und Kommerz
existieren seit jeher gemeinsame Interessen, Symbiosen und Kooperationen,
die bisher sowohl in den Musikwissenschaften, als auch in den
Wirtschaftswissenschaften kaum Beachtung fanden. Zu sehr ist
unsere wissenschaftliche Denkweise noch von Dogmen und Paradigmen
geprägt. Die einzelnen Wissenschaftsdisziplinen sind zu
sehr von einander isoliert. Man muss nicht auf allen Gebieten
ein Experte sein, aber erst durch die interdisziplinäre
Vernetzung mit anderen Experten kann neues Wissen geschaffen
werden.
Die
Möglichkeiten der Verwendung von Musik in der internen
und externen Unternehmenskommunikation sind wenig erforscht.
Beispielsweise ist den meisten Marketing-Lehrstühlen akustische
Markenführung (Audio Branding) noch ein Fremdwort. Auf
der anderen Seite ist zu beobachten, wie sich Werbe- und Musikwirtschaft
immer weiter aufeinander zu bewegen. Nicht nur hier besteht
eine weite Kluft zwischen Wissenschaft und Praxis.
ExAM
ist eine Initiative, die es sich zur Aufgabe gemacht hat, die
Kluft von Wissenschaft und Praxis zu überwinden. Dabei
stellt Interdisziplinarität die Grundlage für die
Gewinnung neuer Erkenntnisse und Ansätze dar. Aus diesem
Grund steht der Expertenkreis grundsätzlich allen Interessierten
offen.
Kai
Bronner
Neue
Musik- und Medientechnologien prägen seit Anbeginn künstlerische
und kulturelle Entwicklungen des Musiklebens. Der Computer,
die Digitalisierung und das Internet haben zu einer Dynamik
geführt, welche die Hörgewohnheiten, den Musikkonsum,
die Musikproduktion, -komposition und -distribution einem rasanten
Wandel unterworfen haben. Der Begriff des Musizierens bezieht
sich nicht mehr nur auf das manuelle Instrumentalspiel im herkömmlichen
Sinne, er umfasst ebenso das Scratchen eines DJs, neue Arrangier-
und Kompostionstechniken mit MIDI-Sequencer und Sound-Samples
sowie interaktive Netzwerk Performances. Die
Folge sind künstlerische Ausdrucks- und Gestaltungsformen,
die neue Klang- und Formstrukturen hervorbringen und sich in
neuen musikalischen Stil- und Spielarten niederschlagen.
Die
Musikwissenschaft muss diesen Entwicklungen in Lehrinhalten
und Forschungsschwerpunkten Rechnung tragen, wenn sie sich nicht
bald völlig im "Elfenbeinturm" wiederfinden und
somit die Relevanz für die Praxis und damit ihre gesellschaftliche
Bedeutung endgültig verlieren will. Auf der anderen Seite
steht die Wirtschaft in der Pflicht, seriöse und abgesicherte
Erkenntnisse und Forschungsergebnisse der Musikwissenschaften
zu berücksichtigen und zu nutzen, um Produkte und Dienstleistungen
anbieten zu können, die den jeweiligen Erfordernissen in
bester Weise gerecht werden, aber auch ästhetischen Ansprüchen
genügen. Anzustreben ist eine stärkere Verzahnung
von Wissenschaft und Wirtschaft.